Evangelische Kirche Rauschenberg, Geburt Jesu, Flügelaltar von etwa 1420 n. Chr., Foto medio.tv/Gerhard Jost Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. (Lukas 2,19) Aus dem Gesangbuch Vom Himmel hoch, da komm ich her 1. Vom Himmel hoch da komm ich her, ich bring euch gute neue Mär; der guten Mär bring ich so viel, davon ich singn und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jungfrau auserkorn, ein Kindelein so zart und fein, das soll eu’r Freud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will euch führn aus aller Not, er will eu’r Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 6. Des lasst uns alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem lieben Sohn verehrt. 15. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen ein’gen Sohn. Des freuet sich der Engel Schar und singet uns solch neues Jahr. Evangelisches Gesangbuch 24 Text und Melodie: Martin Luther Gruß der Landeskirche Einladung zum Staunen Groß und strahlend steht Maria da in dieser Geburtsszene aus dem Flügelaltar in Rauschenberg. Voller Freude dankt die Mutter Jesu Gott mit betenden Händen: Ihr Sohn ist gesund zur Welt gekommen, wenn auch fern der Heimat in einem engen Stall mit einem löchrigen Dach. Von dem neugeborenen Jesus gehen leuchtende Lichtstrahlen aus: Weihnachten bringt Licht in jede Finsternis. Joseph muss man auf diesem Bild suchen: In einer Ecke auf dem Boden kniend entzündet er ein wär-mendes Feuer für Mutter und Kind. Rechts darüber singt der Engelschor voll Andacht auf Latein: „Ehre sei Gott in der Höhe“. Links fällt ein Engel kopfüber vom Himmel. „Ich verkündige Euch große Freude“, ruft er aufgeregt den Hirten mit ihren Schafen zu. Und die starren erstaunt zum Himmel. Was geschieht denn da? Einer der Hirten hat seinen Dudelsack dabei. Vielleicht wird er gleich mit den Engeln zusammen musi-zieren und jubeln. Viel Staunenswertes hat der Maler in seinem Bild versammelt, Stoff, der zum Nachdenken anregt und unsere Herzen bewegt. Denn Weihnachten schenkt uns immer wieder neue Entdeckungen – von Got-tes Liebe und dem, was sie in uns bewirkt. Ich wünsche Ihnen ein Fest, das Sie staunen lässt! Ihre Beate Hofmann Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck Die Weihnachtsgeschichte Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt ge-schätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das judäische Land zur Stadt Da-vids, die da heißt Bethlehem, darum dass er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf dass er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie daselbst wa-ren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchte-ten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Chris-tus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und spra-chen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens. Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun ge-hen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über die Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. Lukas 2,1–20, revidierte Lutherbibel 2017