Foto: medio.tv/Schauderna Bischöfin Dr. Beate Hofmann Kraft schöpfen Der Wald steht schon seit geraumer Zeit in unserer Landeskirche besonders im Mittelpunkt. Manche nennen uns scherzhaft oder stolz die „Waldkirche“. Viele Menschen hier in Hessen leben nicht nur im oder am Wald, sondern auch vom Wald. Der Ertrag, den der Wald erwirtschaftet, ist für viele die Alterssicherung oder die eiserne Reserve. Aber Dürre, Windbruch und Borkenkäfer vernichten diese Sicherheiten gerade. Wir spüren: Der Wald ist krank, er leidet an den Spuren des Klimawandels. Und das hat Folgen, nicht nur für das Sparbuch, auch für die Qualität unserer Luft, unseres Wassers, unseres Lebens. Darum braucht der Wald unsere Aufmerksamkeit: Doch der Wald ist nicht nur ein Anlass zur Sorge. Der Wald ist auch immer ein Lernfeld der Schöpfung. Davon weiß schon die Bibel. Der Prophet Jeremia beschreibt einen gläubigen Menschen wie einen Baum: Gesegnet ist der Mann, der sich auf den HERRN verlässt und dessen Zuversicht der HERR ist. Der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hin streckt. Denn obgleich die Hitze kommt, fürchtet er sich doch nicht, sondern seine Blätter bleiben grün; und er sorgt sich nicht, wenn ein dürres Jahr kommt, sondern bringt ohne Aufhören Früchte. (Jeremia 17,7-8) So ein Baum ist ein echtes Wunderwerk Gottes. Auch wenn ich manchmal Fußwege anstrengend finde, auf denen die starken Wurzeln der säumenden Bäume den Asphalt durchbrochen haben oder Waldwege zu Stolperpfaden werden lassen, staune ich gleichzeitig über die Kraft dieser Wurzeln. Ihre Suche nach Halt und Wasser lässt sie stark werden, Hindernisse überwinden und neue Wege suchen. Vielleicht inspiriert Sie der nächste Waldspaziergang, über ihre Wurzeln nachzudenken? Vielleicht entdecken Sie dabei solche Segenserfahrungen, in denen das Vertrauen auf Gott Sie stark und kraftvoll macht im Umgang mit dürren Zeiten? Solche durch den Wald angeregten Erlebnisse und Erkenntnisse wünscht Ihnen Ihre Beate Hofmann